Damit alle Kinder und Jugendlichen ein glückliches und gesundes Leben führen können, brauchen manche von ihnen besondere Unterstützung, zum Beispiel beim Zugang zu Bildung oder in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Ernährung und Wohnraum.
Um die Kinder in diesen Bereichen zu unterstützen, haben die EU-Länder nationale Pläne, die sich an der Europäischen Garantie für Kinder orientieren. Die EU hat die Garantie, die Pläne und die Strategie zur Bekämpfung der Armut überarbeitet. Dafür war es besonders wichtig herauszufinden, was junge EU-Bürger*innen unter 18 Jahren darüber denken, wie es in ihren Ländern läuft.
Wer hat mitgemacht?
- 41 736 Kinder im Alter von 8 bis 17 Jahren
- aus allen EU-Ländern
- über eine Online-Umfrage, 26 Fokusgruppen und 45 Einzelinterviews
- 52 % waren Mädchen, 43 % Jungen, 2 % gender-divers und 3 % wollten keine Angabe über ihr Geschlecht machen
Viele Kinder wissen zwar, dass es Unterstützungsangebote gibt und dass Fortschritte gemacht wurden. Dennoch haben nicht alle den gleichen Zugang und obwohl alle die gleichen Rechte haben, kriegen im Alltag nicht alle immer die gleichen Chancen.
- Armut führt dazu, dass Kinder im Alltag bei Aktivitäten nicht mitmachen können, dass sie sich schämen und ausgeschlossen werden, auch wenn es Unterstützungsangebote gibt.
- Kinder berichteten von Diskriminierung wegen einer Behinderung, der ethnischen Zugehörigkeit, dem Migrationshintergrund, der Geschlechtsidentität oder anderen Unterschieden.
- Kinder sagten, dass sie sich unsicher und nicht zugehörig fühlen, wenn Erwachsene passiv bleiben oder nicht konsequent reagieren.
- Erwachsene Vertrauenspersonen, Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit und ein Umfeld, in dem Kindern Gehör geschenkt wird, wurden als entscheidende Faktoren genannt, damit sich Kinder zugehörig fühlen.

- Wenn sie Unterstützung erhalten, wollen Kinder sich respektvoll behandelt und sicher fühlen. Außerdem wünschen sie sich, dass ihnen nicht das Gefühl gegeben wird, anders zu sein und dass ihre Privatsphäre geschützt wird.
- Erschwingliche oder reduzierte Preise oder auch finanzielle Unterstützung, damit alle Kinder, unabhängig vom Familieneinkommen, an schulischen Aktivitäten teilnehmen können und Zugang zu Gesundheitsversorgung, Wohnraum und Essen haben
- Praktische, rechtzeitige und verlässliche Unterstützung insbesondere für Kinder in Armut, Kinder mit Behinderungen, Kinder, die einer Minderheit angehören, Kinder mit Migrationshintergrund und junge Menschen, die aus Betreuungseinrichtungen oder Pflegefamilien ausziehen
- Bei Entscheidungen, die sich auf ihr Leben in der Schule, in ihrem Umfeld und Unterstützungsangebote auswirken, sollen Kinder mitreden dürfen – und zwar in einem wirkungsvollen, inklusiven Rahmen, sodass spürbare Änderungen erreicht werden.

Zusammenfassung: Was Kinder über Armut und soziale Inklusion denken
Schulalltag
- Das sagen die Kinder
- Nicht alle Kinder profitieren gleichermaßen vom Schulleben – die Kosten für Reisen, Aktivitäten und Materialien können ein großes Hindernis sein, selbst wenn keine Schulgebühren zu zahlen sind.
- Kinder werden beim Lernen unterschiedlich gefördert, im Zusammenhang mit Tests und Prüfungen entsteht Druck, häufig sind viele Kinder in einer Klasse und es wird unterschiedlich gegen Mobbing und Diskriminierung vorgegangen. Dies hat Auswirkungen darauf, wie gut die Kinder lernen können, wie sicher sie sich fühlen, und ob sie uneingeschränkt am Schulleben teilnehmen können.
- Bis Kinder mit Behinderungen und zusätzlichen Bedürfnissen Unterstützung erhalten, dauert es oft lange, oder es gibt Lücken bei der Unterstützung und Schwierigkeiten bei der Umsetzung formeller Pläne im Alltag.
- Das wünschen sich die Kinder
- Stärkeres Vorgehen gegen Mobbing, Diskriminierung und ein unsicheres Umfeld in der Schule (ebenso in der Gesundheitsversorgung, zu Hause und in Stadtvierteln)
- Schulen als zentrale Anknüpfungspunkte für Unterstützung und Prävention
- Angebote wie Vertrauenspersonen, medizinisches Personal und pädagogische Unterstützung, die den Kindern durchgehend zur Verfügung stehen, um sie beim Lernen zu unterstützen, Zugang zu Gesundheitsversorgung und zu Nahrungsmitteln und zu erwachsenen Ansprechpartner*innen

Ich wurde gemobbt, und ich möchte nicht, dass andere dieselbe traumatische Erfahrung durchmachen müssen. Für ein besseres Schulleben sollten wir Kindern schon früh beibringen, dass Mobbing falsch ist und andere dadurch verletzt werden.
Gesundheit, Wohnen und Ernährung
- Zugang zu Gesundheitsversorgung
- Lange Wartezeiten, Probleme bei der Anfahrt und hohe Kosten für Dienstleistungen wie Zahnarztbesuche und Therapien verschärfen die Probleme und verstärken die Ungleichheit.
- Nicht alle haben den gleichen Zugang zu Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit und es dauert oft lange, bis sie in Anspruch genommen werden kann, auch in Schulen.
- Viele Kinder berichteten, dass sie nicht immer wissen, wo sie Hilfe suchen können, vor allem wenn die Eltern nichts tun können.
- Eine sichere Wohnung
- Die Kinder gaben an, dass ein Zuhause eine der wichtigsten Grundlagen für Sicherheit, Würde, Gesundheit und Lernen ist.
- Ihre größten Sorgen sind hohe Preise, Miet- und Nebenkosten, das Risiko, das Dach über dem Kopf zu verlieren, und dass junge Menschen, die Betreuungseinrichtungen verlassen, bei Wohnungsangelegenheiten nicht genügend unterstützt werden.
- Einige Kinder äußerten Sorgen wegen Unsicherheit, schlechter Wohnverhältnisse und ungleichen Zugangs insbesondere für Kinder in Armut, in alternativer Betreuung oder aus Randgruppen.
- Schlechte Wohnverhältnisse, das heißt kalte, feuchte Wohnräume, unsichere Gebäude, zu viele Menschen auf engem Raum und mangelnde Privatsphäre.
- Gesunde Ernährung
- Die Kinder gaben an, dass gesunde Ernährung super wichtig ist, dass aber nicht alle Kinder täglich Zugang dazu haben.
- Sie äußerten sich besorgt darüber, dass teilweise keine kostenlosen Schulmahlzeiten angeboten werden, älteren Schülern keine Mahlzeiten bereitgestellt werden und es keinen Zugang zu Mahlzeiten gibt, wenn die Schulen geschlossen sind.
- Die Kinder stellten fest, dass der ungleiche Zugang zu gesundem Essen mit dem Haushaltseinkommen, den höheren Kosten gesünderer Lebensmittel und dem begrenzten Angebot oder der schlechten Qualität von in der Schule bereitgestellten Mahlzeiten zusammenhängt.
- Sie gaben an, dass Qualität, Vielfalt und Geschmack der Mahlzeiten beeinflussen, ob Kinder die angebotenen Lebensmittel tatsächlich essen.

Jedes Kind verdient ein Zuhause, Zugang zu Internet, Essen und Ressourcen, zu einer Gesundheitsversorgung und Bildung, unabhängig von seiner ethnischen Zugehörigkeit, seiner Religion oder der Zugehörigkeit zu einer anderen Gruppe. Aber nicht jedes Kind bekommt das – das muss sich ändern.
Wie ging es weiter?
- Die Beiträge der Kinder wurden zusammen mit Informationen von Erwachsenen aus jedem EU-Land analysiert.
- Auf dieser Grundlage wurde die Europäische Garantie für Kinder überarbeitet. Die Beiträge werden auch bei der Überarbeitung der nationalen Pläne in allen EU-Ländern berücksichtigt.
- Stärkung der Europäischen Garantie für Kinder 2026 (in Englischer Sprache)
- Bald gibt es eine kindgerechte Fassung der Garantie in allen EU-Sprachen, damit alle Kinder in der EU leicht verstehen können, was die EU gegen Armut und für soziale Inklusion unternimmt.
Wenn du jünger als 18 Jahre bist und mit jemandem darüber sprechen möchtest, wie du dich fühlst, wende dich bitte an eine erwachsene Vertrauensperson oder an eine Kindernotrufnummer in deinem Land. Dort bekommst du Hilfe und Unterstützung.
